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AktivRegion

Mitte des Nordens

Flensburger Tageblatt - Samstag, 05.05.2012
Bestnoten für die "Mitte des Nordens"
Keine Aktivregion hat mehr Leuchtturmprojekte auf den Weg gebracht / Auch Glücksburgs neue Schlossbrücke wird gefördert

Glücksburg

Das Fehlen einer kleinen Brücke hat sich für einige große Veranstaltungen im vom Tourismus geprägten Glücksburg als K.o.-Schlag erwiesen, darunter das Silvester-Open-Air und der Weihnachtsmarkt. Einen zweiten Fluchtweg vom Hof des Wasserschlosses zum Festland fordern die nach dem Drama auf der Duisburger Loveparade verschärften Sicherheitsauflagen. An diesem wird nun endlich gebaut. Bis zum mittelalterlichen Ritterfest, das an diesem Wochenende stattfindet, sollte die neue Gartenbrücke vom Schlosshof zum Park an sich stehen. Doch die Bauarbeiten verzögern sich, vor Juni wird das Bauwerk nicht fertig sein. "Wir werden aber ein Provisorium errichten, damit die Veranstaltung stattfinden kann", sagt Stadtrat John Witt.

Glatter als der Bau der Brücke verläuft die Entwicklung der Aktivregion "Mitte des Nordens", über deren Fördertopf die knapp 170 000 Euro teure Schlossbrücke mit 32 000 Euro unterstützt wird. Kurz bevor es in die neue Projektrunde geht, ziehen die beiden Glücksburger Aktivposten der "Mitte des Nordens" Bilanz. "Wir haben sehr viel auf den Weg gebracht – auch ein neues Wir-Gefühl zwischen Angeln und Geest", sagt Witt, Vorstandsmitglied der Aktivregion. "Wir haben Investitionen von mehr als sieben Millionen Euro ausgelöst und so viele Leuchtturmprojekte wie keine andere der 21 Aktivregionen im Land", bilanziert Eva Müller-Meernach, die unter dem Dach der Glücksburger Consulting Group (GLC) das Regionalmanagement für die Aktivregion übernommen hat. Die vier größtenteils schon realisierten Leuchtturmprojekte haben den Vorteil, dass sie das Grundbudget der "Mitte des Nordens" schonen, weil sie wegen ihres modellhaften Charakters gesondert aus einem landesweiten Extratopf gefördert werden. Diese vier Projekte sind das Wohnprojekt für Demenzkranke im Amt Hürup (Kosten: 1,2 Millionen Euro; Förderung: 566 000 Euro), das Netzwerk "Pro Senior", das die Lebensqualität für ältere Menschen in Großenwiehe und Lindewitt aufwertet, (266 000/ 123 000 Euro), die Errichtung einer Freizeit-Seenlandschaft auf ehemaligen Kiesabbaugebieten in Wanderup und Handewitt (eine Million/ 572 500 Euro) sowie der Wiederaufbau des Alten Bahnhofs in Langballig (1,4 Millionen/ 633 000 Euro). Jenseits des Grundbudgets wurden zudem zwei Projekte aus dem Diversifizierungsfonds umgesetzt, der sich auf besondere landwirtschaftliche Vorhaben konzentriert – wie den Umbau eines Kuhstalls in einen Hofladen in Löstrup (268 000/56 000 Euro) und ein ähnliches Projekt auf Gut Freienwillen (150 000/ 32 000 Euro).

"Wichtig für jede Förderfähigkeit ist, dass mit der Investition eine Aufwertung, ein höherer Nutzen verbunden ist", sagt Eva Müller-Meernach. Das gilt auch für die Projekte aus dem Grundbudget. Abgeschlossen sind bereits die Förderung der Munkbraruper Mühle "Hoffnung" als lebendiges Kulturgut (135 000/ 27 000 Euro), die Aufwertung des Handewitter Dorfplatzes (250 000/ 115 000 Euro), der Aufbau einer regionalen Mediothek in Schafflund (56 000/ 20 000 Euro), eine "Fulldome"-Projektion für das Planetarium in Glücksburg (203 000/ 94 000 Euro), der Ausbau der Sanitäranlagen im Hafen Langballig (121 872/ 55 327 Euro) sowie eine Freilichtbühne für die Kultur- und Bildungsstätte im Schulzentrum Satrup (75 500/ 34 900 Euro). "Dort werden über den Sommer viele besondere Veranstaltungen stattfinden, ein echtes Plus für die Region", so Müller-Meernach.

Im Werden sind noch die Modernisierung der Badestelle Holmarksee (90 939/ 42 031 Euro), ein touristisches Reitwegenetz-Konzept (40 000/18 500 Euro), die Neugestaltung der Ortsmitte in Medelby (229 661/ 106 146 Euro), ein Energiekonzept für die Fördeland-Therme Glücksburg (40 000/ 11 345 Euro), das Mittelalterliche Dorf „Valsgaard“ in Wallsbüll (130 000/ 71 500 Euro) und eben die Glücksburger Schlossbrücke – nach Auskunft von Eva Müller-Meernach das bisher "beratungsintensivste Projekt" der Aktivregion, aufgrund komplizierter Finanzierung und einiger Schnellschüsse des Trägers. "Dafür haben wir uns krumm legen müssen und hoffen, dass es jetzt zügig zu einem guten Abschluss kommt", sagt die Regionalmanagerin.

Nun werden die Weichen auf Zukunft gestellt, auf die Auswahl der Projekte, die bis Ende 2013 – dem Ende der ersten Aktivregion-Förderperiode – zur Antragsreife geführt werden sollen. Trotz der hohen Investitionssumme ist noch Geld für das laufende Jahr vorhanden. "Das aufwendige Verfahren und die kommunale Kofinanzierung halten viele Gemeinden und Privatpersonen vom Budget fern", sagt Witt. Dabei lohne sich der Aufwand. "Die Aktivregion ist eine große Chance, Geld in der Region für die Region zu investieren", betont Müller-Meernach.

Anja Werner

Flensburger Tageblatt - Freitag, 09.05.2014
Aktivregion plant neue Förderperiode
Einwohner können grundlegende Strategie für die Jahre 2014 bis 2020 mitbestimmen / Workshops starten am 21. Mai in Hürup

Glücksburg/Harrislee/Husby
Kaum ist die EU-Förderperiode 2014 bis 2020 ausgerufen worden, melden sich auch schon die ersten Antragsteller bei der Aktivregion Mitte des Nordens. Ob der Zugang zu Bildungsmedien in Büchereien, Bildung überhaupt oder die Nachnutzung von Liegenschaften, genaueres zu Vorhaben späterer Antragsteller wollen Hans-Heinrich Tramsen, Jörg Hauenstein und Martin Ellermann vom Vorstand der Aktivregion noch nicht sagen. Für sie heißt das nächste Ziel: „Integrierte Entwicklungsstrategie“.

Die Verwaltungschefs von Husby, Schafflund und Harrislee erläuterten mit der Regionalmanagerin Eva Müller-Meernach gegenüber unserer Zeitung, wie die nächsten Schritte aussehen werden. „Wir wollen ein eigenes Förderprofil mit Zielen und Schwerpunkten für unsere Region entwickeln“, sagte Tramsen, Vorstandsvorsitzender der Aktivregion Mitte des Nordens. Im Gegensatz zur ersten und 2013 abgeschlossenen Förderperiode, hat das Land dieses Mal Förderschwerpunkte vorgegeben: Klimawandel und Energie, nachhaltige Daseinsvorsorge, Wachstum und Innovation sowie Bildung. Für diese vier Themenfelder erarbeitet die Aktivregion die jeweiligen Ziele und Themen selbst. Die Akteure der Gremien wollen aber nicht im eigenen Saft schmoren, sondern hoffen auf viele Vorschläge aus der Bevölkerung. Als Plattform dafür wird eine Reihe von Workshops dienen. „Jeder, der sich zu einem Thema einbringen möchte, kann sich zu einer oder mehreren Veranstaltungen anmelden“, hofft Müller-Meernach auf eine gute Beteiligung von Mandatsträgern und Privatpersonen.

Der Auftaktworkshop beginnt am Mittwoch, 21. Mai, um 18.30 Uhr, im Dörpshus Hürup an der Bahnhofstraße 14. Aufbauend auf dieser Veranstaltung folgen vier Themen-Workshops: Der erste findet zum Thema Daseinsvorsorge am 5. Juni, 18.30 Uhr, im Freizeitheim Weding, Schulstraße 18 statt. Thema Bildung: 10. Juni, 18.30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Havetoftloit, Uelsbyer Straße 11, Mittelangeln-Havetoftloit. Thema Wachstum und Innovation: 11. Juni, 18.30 Uhr, Amtsverwaltung Langballig, Süderende 1. Thema Klimawandel und Energie: 17. Juni, 18.30 Uhr, Amtsverwaltung Schafflund, Tannenweg 1. Das Regionalmanagement bittet aus organisatorischen Gründen um Anmeldung bis zum 16. Mai mit einer E-Mail an lvogt@mittedesnordens.de.

Während das Regionalmanagement die Ideen aus der Bevölkerung sammeln, sichten und sortieren wird, arbeitet das Gutachterbüro GLC an einer umfangreichen Bestandsaufnahme der Aktivregion und hört Fachleute zu den einzelnen Themenfeldern. Mit Vertretern der Kommunen ist nach Aussage des Vorstands bereits gesprochen worden. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen werden in dem Gutachten berücksichtigt. Die Erkenntnisse aus den Workshops und Gesprächen mit Kommunen und Fachleuten werden in die Integrierte Entwicklungsstrategie einfließen. Über dieses richtungsweisende Papier wollen die Mitglieder des Vereins LAG Aktivregion Mitte des Nordens am 3. September entscheiden. Anschließend wird das zuständige Ministerium die Arbeits- und Fördergrundlage für 2014 bis 2020 prüfen. Wenn die Strategie durchfällt, gewährt das Land der Aktivregion keine Mittel.

Juliane Kahlke

 

Flensburger Tageblatt - Dienstag, 01.04.2014
Aktiv-Region wartet auf neue Ideen
Im Amt Hürup konnten in den vergangenen Jahren rund 1,4 Millionen Euro an EU-Mitteln für Projekte genutzt werden

Hürup
Mit einer Gesamtinvestitionssumme von gut drei Millionen Euro und damit einer Fördersumme von knapp 1,4 Millionen Euro ist das Amt Hürup in der vergangenen Förderperiode Spitzenreiter in der Aktiv-Region gewesen, sagte Müller-Meernach. Erfolgreich gefördert wurden acht Projekte – darunter die Demenzeinrichtung „Lichthof“ in Hürup, die Umgestaltung am Holmark-See in Freienwill und energetische Maßnahme zum Klimaschutz im Amtsverwaltungsgebäude. Jetzt steht eine neue EU-Förderperiode (2014 bis 2020) bevor – und mithin sind neue Ideen gefragt. Darauf machte in der jüngsten Amtsausschuss-Sitzung die Regionalmanagerin der Aktiv-Region „Mitte des Nordens“, Eva Müller-Meernach, aufmerksam.

Die kommende Förderperiode steht unter dem Motto „Europa 2020“ mit den Schwerpunkten Energiewende, Bildung, Wachstum und Daseinsvorsorge. Die Verteilung der Mittel solle weiterhin über Lokale Aktionsgruppen (LAG) erfolgen, erläuterte sie. Dabei könne die Anzahl der Aktiv-Regionen durchaus weiter steigen, was eine verringerte Zuteilung zur Folge haben könnte, erklärte Müller-Meernach und appellierte an die Ausschussmitglieder, zügig über Projekte von öffentlichem Interesse nachzudenken und in den Arbeitskreisen mitzuarbeiten. Die Aktiv-Region hat bis zum 30. September Zeit, eine „integrierte Entwicklungsstrategie“ mit den geänderten Projektauswahl-Kriterien auszuarbeiten und einzureichen. Diese Strategie dient nach Anerkennung auf Landesebene als Grundlage für die Bewilligung der EU-Mittel.

(...)

sup